Berliner Krisen- und Clearingeinrichtungen unterstützen! Strategien zum wirtschaftlichen Fortbestand entwickeln!

Die Berliner Krisen- und Clearingeinrichtungen sind akut in Gefahr. Grund dafür ist das sogenannte Planmengenverfahren der bezirklichen Sozialämter, welche unpassende finanzielle Anreize bei der Bewilligung von Anträgen vorgeben. Daher fordert die SPD-Fraktion das Bezirksamt auf, sich gegenüber der Senatsverwaltung dafür stark zu machen, Strategien für den wirtschaftlichen Fortbestand der Einrichtungen zu entwickeln.

Hoher Bedarf an Hilfe kann nicht gedeckt werden!

Ob Menschen die Opfer von Gewalt wurden, aus psychiatrischer Behandlung kommen oder von Verzweiflung geprägten Lebensverhältnissen: Die Berliner Krisen- und Clearingeinrichtungen sind häufig die letzte Anlaufstelle für alle Menschen, die sich in einer psychosozialen Notlage befinden. Doch aufgrund der der derzeitigen Bewilligungspraxis können viele Menschen das Angebot nicht wahrnehmen.

Dmitri Geidel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, erklärt: „Im Gegensatz zu anderen Angeboten im Bereich der Wohnungsnothilfe sind die Tagessätze für einen Aufenthalt in einer Krisen- und Clearingeinrichtungen verhältnismäßig hoch. Dies führt dazu, dass die Sozialämter der Berliner Bezirke in der Regel nur sehr begrenzte Leistungszeiträume bewilligen oder die Anträge ablehnt. Da für dasselbe Budget mehr Personen z.B. im betreuten Wohnen untergebracht werden können, wird das vorgesehene Geld eher für diese Angebote als für die Kriseneinrichtungen genutzt. Dieses geht allerdings komplett am Bedarf der Einzelfälle vorbei. Wir werden daher in der nächsten Bezirksverordnetenversammlung einen Antrag einreichen, mit dem wir das Bezirksamt auffordern, sich gegenüber dem Senat dafür einzusetzen, Alternativen zum jetzigen Finanzierungssystem zu erarbeiten.“

Gemeinsame Beteiligung auf Landesebene!

Die derzeitige Bewilligungspraxis führt dazu, dass die Auslastungen der Einrichtungen laut einem Positionspapier des Internationalen Bund Berlin-Brandenburg, dem Weglaufhaus und der Bürgerhilfe Kultur des Helfens gGmbH nur bei ca. 65 Prozent liegt. Zur finanziellen Konsolidierung sei aber mindestens eine 80-prozentige Auslastung erforderlich.

Luise Lehmann, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, erklärt: „Gerade in der Anfangszeit der Pandemie wurde verstärkt die Unterstützung von psychosozialen Hilfseinrichtungen gefordert. Hier ist die Politik aufgefordert, endlich nachzubessern. Die Träger der Krisen- und Clearingeinrichtungen sollten daher zu einem gemeinsamen Gespräch auf Landesebene eingeladen werden, mit dem Ziel, die Vorschläge der freien Träger anzuhören und diese an weiteren Strategien zu beteiligen.“



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