Bezirk soll Menstruationsartikel kostenlos bereitstellen

In öffentlichen Einrichtungen von Marzahn-Hellersdorf könnten künftig Spender für Tampons und Binden bereitstehen. Vor allem SPD, Linke und Grüne machen sich dafür stark, die Menstruationsartikel kostenlos anzubieten.

Toilettenpapier gehört zur Standardausstattung auf öffentlichen WCs. Geht es nach den Fraktionen von SPD, Linke und Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), dann sollen künftig in Toiletten von bezirklichen Einrichtungen auch Spender für Tampons und Binden bereitstehen. Ein entsprechender Antrag wurde jetzt in die Ausschüsse für Gesundheit, Inklusion, Teilhabe sowie für Finanzen überwiesen.

In dem Antrag wird das Bezirksamt ersucht „hygienische, stabile und leichtauffüllbare Spender für Tampons und Binden“ anzuschaffen und auf Toiletten zu installieren. „Die Periode nimmt keine Rücksicht auf den Zeitpunkt oder die Lebenssituation, lässt sich nicht beeinflussen oder regulieren“, erklären die Antragsteller. Daher passiere es nicht selten, dass Mädchen und Frauen plötzlich und unerwartet in die Situation kommen, dass sie akut Damenhygieneartikel benötigen. „Diese Situationen ereignen sich auf der Schultoilette vor einem wichtigen Referat, auf der Toilette der Arbeitsstelle, während eines langen Tages oder auf einer öffentlichen Toilette, vor einem wichtigen Gespräch. Situationen, in denen Mädchen und Frauen massiv eingeschränkt werden und mit Scham reagieren. Scham und Einschränkungen für einen natürlichen biologischen Prozess des weiblichen Körpers.

Anders als Toilettenpapier gehörten Damenhygieneartikel nicht zur Standardausstattung in öffentlichen Gebäuden, auf die Mädchen und Frauen zugreifen könnten, wenn die Periode überraschend einsetze oder das finanzielle Budget für den Kauf von Tampons oder Binden nicht ausreicht. Gerade finanziell benachteiligten Frauen sollten Menstruationsartikel uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Kosten für entsprechende Produkte werden auf bis zu 15 Euro pro Monat geschätzt. Einer alleinstehenden Person stünden aber im Rahmen des ALG II-Regelsatzes von 446 Euro pro Monat lediglich 17,02 Euro für Gesundheits- und Pflegeartikel zur Verfügung.

Die Initiatorinnen hinter dem Antrag sehen noch ein weiteres Problem: Wenn sich Frauen und Mädchen Menstruationsartikel nicht leisten können, greifen sie auf fragwürdige Alternativen zurück. „Sie beginnen Stoffreste zu benutzen, die eine gesundheitliche Gefahr darstellen, nehmen weniger bis gar nicht am gesellschaftlichen Leben teil, so dass man auch von sozialen und psychischen Problemen in Folge der Periodenarmut spricht.“

Mit den öffentlich zugänglichen Spendern für Tampons und Binden könnte Marzahn-Hellersdorf dem Beispiel anderer Länder folgen. Nach Darstellung der SPD stehen Damenhygieneartikel in öffentlichen Einrichtungen in Schottland, Neuseeland und Frankreich kostenfrei zur Verfügung. (bzj.)

Vollständiger Text Abrufbar unter: https://bezirks-journal.de/bezirk-soll-menstruationsartikel-kostenlos-bereitstellen/



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