Kritik der SPD-Fraktion an AfD-Vorstoß: „Feststellung von Genitalverstümmlung bei Einschulungsuntersuchungen ist überflüssig und befremdlich.“

Berlin, 20.08.2020 – Nach Vorstellung der AfD-Fraktion sollen junge Mädchen in Zukunft bei der Einschulungsuntersuchung darauf untersucht werden, ob an ihnen Genitalverstümmlungen vorgenommen worden sind. Die SPD-Fraktion lehnt diesen Vorstoß als überflüssig und stigmatisierend ab.

Weibliche Genitalverstümmlung als kulturelle Praxis

Female Genital Mutilation (FGM), auch weibliche Genitalverstümmlung, ist eine oftmals in Ländern Asiens und Afrika angewandte Praxis, der Beschneidung weiblicher Genitalien im Kindesalter. Im ICD, der internationalen statistischen Klassifikation von Krankheiten und Gesundheitsproblemen, wird sie in drei Typen unter-schieden. Besonders invasiv ist Typ 3, bei der neben der Entfernung der äußeren Klitoris sowie der äußeren und inneren Schamlippen, auch die Vaginalöffnung durch eine Naht verengt wird. Obgleich nicht alle Betroffenen ein Leben lang unter dem Eingriff leiden, muss vermehrt Aufklärung stattfinden und das Phänomen beo-bachtet werden.

Weibliche Genitalverstümmlung in Deutschland

Schätzungen zufolge sind in Deutschland 47.000 Frauen von FGM betroffen. Die Zahl von minderjährigen Mädchen, die in Deutschland von FGM bedroht sind, wird auf bis zu 5.690 geschätzt. „Damit ist klar, dass FGM in Deutschland ein reales Phänomen ist. Jedes Jahr in den Sommerferien, werden junge Mädchen in die Heimatländer ihrer Eltern geflogen, um dort an ihnen Beschneidungen vorzunehmen. Es ist daher richtig, dass sich die Große Koalition zu Beginn dieser Legislatur-periode zu einem entschlosseneren Einsatz gegen FGM bekannt hat.“ so Luise Lehmann, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

AfD-Vorstoß zeugt von befremdlicher Unkenntnis der Sachlage

Nach Vorstellung der AfD, sollen Mädchen nun bei der Einschulungsuntersuchung auf eine mögliche Genitalverstümmlung untersucht und ihre Eltern auf die geltende Rechtslage in Deutschland aufmerksam gemacht werden. Die SPD-Fraktion lehnt diesen Vorstoß als vollkommen überflüssig und befremdlich ab. „Einschulungsun-tersuchungen dienen ausschließlich der Feststellung der medizinischen Schulfä-higkeit eines Kindes. Die Betrachtung der Genitalien spielt für die Schulfähigkeit eines Kindes keine Rolle und würde die Mädchen noch mehr traumatisieren. Für die Feststellung einer möglichen FGM reicht die J-Untersuchung vollständig aus. Darüber hinaus könnte auch durch die Befragung der Eltern aufschlussreich sein. Die Einschulungsuntersuchung als Plattform zu nutzen, kulturelle Überlegenheit geltend zu machen ist zudem befremdlich.“ so Lehmann weiter.



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