Marzahn-Hellersdorf als kulturelles Schlusslicht in Berlin? Openair- und Clubkultur nicht weiter verschlafen!

Berlin ist für seine Clubszene weltweit bekannt. Nur am Stadtrand in Marzahn-Hellersdorf bekommt man davon seit Jahrzehnten nichts mit. An fehlenden Flächen oder fehlenden Engagement der Kulturschaffenden liegt das nicht. Die SPD-Fraktion fordert das Bezirksamt nun zu einen Paradigmenwechsel auf: „Größere Clubs und Freiluftveranstaltungen braucht es immer und überall in der Stadt, mit und ohne Corona und auch in unserem Bezirk,“ so Jennifer Hübner, Vorsitzende des BVV-Ausschusses für Kultur und Weiterbildung.

Bezirksamt muss endlich aufwachen und kulturpolitisch handeln!

Als Sprachrohr vertritt die Berliner Clubkommission alle Musikclubs in Berlin. Sie setzt sich für die Schaffung neuer Flächen in einer immer enger werdenden Stadt ein, auch gegenüber politischen Entscheidungsträgern. Marzahn-Hellersdorf bietet aufgrund seines überdurchschnittlichen Flächenpotentials für Festival und Clubs optimale Möglichkeiten. Unter Führung der SPD-Fraktion hat der Kulturausschuss am 05.03.2021 zu einer Sondersitzung mit der Berliner Clubkommission, der Kulturstadträtin Witt und Wirtschaftsstadträtin Zivkovic eingeladen. Auch das ORWO-Haus, die Kinokiste, die Biesdorfer Parkbühne und der Rote Baum waren dabei. Neben der Frage, wie bezirkliche Flächen während der Corona-Pandemie besser genutzt werden können, wurden auch grundlegende Themen die die kulturelle Nutzung des Clean-Tech-Business-Parks oder Hallen im Industriegebiet sowie die Anpassung von Bebauungsplänen diskutiert. 

Clubs und Freiluftkultur in Marzahn-Hellersdorf? Fehlalarm!

Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist auffällig, dass Clubs und Festivals in Marzahn-Hellersdorf eher Mangelware sind. Veranstaltungen wie das Biesdorfer Blütenfest oder das Alt-Marzahner Ernstfest sind zwar wichtig, erreichen aber nicht alle Menschen. Leider haben es nicht alle Openair-Veranstaltungen im Bezirk leicht. Allein die Durchführung der Feuershow des Jugendkulturzentrums „Die Klinke“ in Marzahn-Süd konnte nur durch kulturpolitischen Druck gerettet werden. Das populäre Festival „Resist to Exist“ hat bereits vor Jahren den Bezirk verlassen, da kaum noch Freiflächen zur Verfügung standen und viele verkauft und privatisiert wurden. Erst 2020 sollte auf dem Gelände des Clean-Tech-Business-Parks ein neuer Versuch gestartet werden, der wegen Corona jedoch scheiterte. Der „Rote Baum“ lädt ebenfalls regelmäßig zu Bezirksfestivals etwa auf dem Wiesenpark im Wuhletal ein. Auch dieser steht immer vor hohen Lärmschutz-Hürden und hat mit Anwohnerbeschwerden zu kämpfen. 

Vereinbarkeit von Clubs, Openair-Kultur und Bevölkerung wichtig

Gleiches gilt für die seit 2017 existierende Arena in den Gärten der Welt. Sie grenzt an das Wohngebiet in der Marzahner Bärensteinstraße. Auch hier hat das Ordnungsamt bereits Beschwerden von Anwohner/-innen berichtet. „Für uns schließen sich Openair-Veranstaltungen, Clubs und Anwohner/-innen nicht aus. Ganz im Gegenteil: Für uns ist es wichtig, dass beides miteinander vereinbar ist.  Es ist jedoch nicht nur Aufgabe des Veranstalters, für die notwendige Akzeptanz von Musikevents zu sorgen. Auch das Bezirksamt ist in der Pflicht Brücken zu bauen, etwa durch Freikarten für die Anwohner/-innen oder andere Maßnahmen,“ so Jennifer Hübner, Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bezirk. 

Ein trauriges Beispiel ist sicher der Verlust der Alten Börse in Marzahn. „Für mich war die Alte Börse ein wichtiges Highlight in unserem Bezirk mit berlinweiter Strahlkraft. Hip, bunt und attraktiv für junge Leute. Heute ist die Kultureinrichtung Geschichte,“ so Jennifer Hübner. „Das Sterben der Clubs in Berlin hat bereits angefangen. Wir müssen auf unsere Kulturstätten im Bezirk aufpassen und sollten als Bezirk berlinweit mit gutem Beispiel vorangehen, wie man kulturelle Einrichtungen etwa die Biesdorfer Parkbühne oder wichtige Freiluftstandorte stärkt und diese nicht abbaut oder wegen vergessener Lärmschutzmaßnahmen gefährdet,“ so Hübner weiter.

Clubszene auch im Wahlprogramm der SPD-Marzahn-Hellersdorf

„Unser bezirkliches Wahlprogramm für die nächste Legislaturperiode hat einen eigenes Kulturkapitel! Ich möchte an dem Engagement der SPD-Fraktion für Kultur auch in Zukunft festhalten. Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass uns die Openair-Kultur im Bezirk wichtig ist. Wir haben uns für einen zentralen Festplatz im Bezirk eingesetzt, für Openair-Veranstaltungen engagiert und gerade einen Antrag zur Biesdorfer Parkbühne. Der politische Druck muss weiter aufrechterhalten werden, auch nach den Wahlen!“, so Christian Linke, SPD-Bürgerdeputierter im Ausschuss für Kultur und Weiterbildung und BVV-Kandidat für nächste Legislaturperiode. Bereits im Oktober 2019 hat sich die SPD-Fraktion für mehr Freiluftveranstaltungen stark gemacht und gefragt, ob ein zentraler Festplatz für den Bezirk ausgewiesen werden kann. Das Bezirksamt teilte daraufhin mit, dass keine größere Fläche gefunden werden konnten, die dauerhaft und ausschließlich für einen zentralen Festplatz ausgewiesen werden können. In Frage kämen lediglich für befristete Plätze.

Überfraktionellen Antrag zu Clubs und Openair-Kultur im Bezirk

In einem überfraktionellen Antrag soll nun das Bezirksamt aufgefordert werden, größere Außenflächen zu identifizieren, die sich grundsätzlich für Openair-Events eignen. Neben dem Cleantech-Buisness-Park steht auch eine Fläche neben dem ORWO-Haus im Raum. Außerdem sollen die Bebauungspläne kritisch weitergedacht werden. Dazu Jennifer Hübner, Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion: „Ziel des Antrages ist es, die Kultur- und Clubszene im Bezirk gemeinsam zu denken. Clubs sind viel mehr als ein reiner Wirtschaftsfaktor. Sie sind ein Kulturgut und dienen zur Selbstverwirklichung vieler, vor allem junger Menschen. Natürlich muss in diesem Vorhaben auch die Corona-Pandemie mitgedacht werden. Deshalb brauchen wir sowohl kurzfristige als auch langfristige Varianten zur Freiflächennutzung. Der Antrag bietet die Möglichkeit das Aufkommen von illegalen Partys zu verhindern und kann so auch die Einhaltung von Sicherheits- und Hygienekonzepte zu ermöglichen.“



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