Mehr Grillplätze im Bezirk

Datum: 13. Oktober 2020 | Kategorie: Aktuelles, Aus der Presse, Ausschuss für Stadtentwicklung

GRÜNFLÄCHEN: Neue Orte sollen im Umfeld von soziokulturellen Begegnungsstätten entstehen. Bezirksstadträtin Nadja Zivkovic spricht darüber mit freien Trägern. Von Sabine Flatau.

Zwar ist der Sommer vorbei. Doch das Thema Grillplätze beschäftigt die Bezirkspolitik auch in diesem Herbst und Winter. Denn spätestens im nächsten Frühjahr möchten wieder viele Menschen bei schönem Wetter draußen sitzen und Steaks oder Würstchen brut-zeln. Aber in öffentlichen Parks ist Grillen nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Im September hat die Bezirksverord-netenversammlung Marzahn-Hellersdorf beschlossen, dass öffentliche Grillplätze in den verschiedenen Regionen des Bezirks eingerichtet werden sollen. Sie könnten auch im Umfeld von soziokulturellen Be-gegnungsstätten entstehen, die mit dem Grillplatz ihr Freizeitangebot ergänzen. Initiator des BVV-Beschlusses ist die SPD-Fraktion.

Marzahn-Hellersdorf habe bislang nur einen öffentlichen Grillplatz, heißt es in der Begründung ihres Antrags. Er sei nicht für alle Anwohner unmittelbar erreichbar. Der Platz wurde 2014 angelegt und befindet sich im Eichepark, nahe dem Kletterfelsen. Nun beschäftigt sich Nadja Zivkovic (CDU), Stadträtin für Wirtschaft, Straßen und Grünflächen, mit dem Thema. Sie sei „gerade dabei, einen Termin mit ver-schiedenen freien Trägern abzustimmen“, sagte sie auf Anfrage des Bezirks-Journals. „Ziel soll es sein, dass in deren Umgebung Grillplätze errichtet werden, so dass eine unmittelbare Verantwortung gegeben ist und der Vandalismus nicht zu stark ist.“ Sie wolle auch über die Regelung zu einer Ausleihgebühr mit den Trägern diskutie-ren. Der öffentliche Grillplatz im Eiche-park werde intensiv als Treffpunkt von Gruppen genutzt, so die Stadträtin.

„Der eigentliche Grill ist durch Vandalismus dermaßen zerstört, dass ein Grillen fast unmöglich ist. Trotzdem findet durch den Ideenreichtum einzelner Gruppen weiter-hin Grillen, zum Beispiel durch umgebau-te Verkehrsschilder, oder offenes Feuer am Grillplatz statt.“ Das Müllaufkommen sei als ausgesprochen hoch zu bewerten. „Durch die Mitarbeiter des Reviers ist täglich eine permanente Vermüllung zu beseitigen.“ Eine Erneuerung des Grills werde aktu-ell aufgrund des anhaltenden Vandalismu-saufkommens und der Abgelegenheit des Ortes nicht beabsichtigt. Matthias Bielor von der Spielplatziniti-ative Marzahn e.V. begrüßt den Beschluss der BVV. „Ich finde es gut, dass man den Leuten öffentliche Grillplätze zur Verfü-gung stellt“, sagt er. „Aber es muss immer jemanden geben, der sich darum küm-mert.“ Denn hinterher müsse aufgeräumt werden. Auch die Brandgefahr sei zu be-achten. „Deshalb haben wir als Verein auf unseren Abenteuerspielplätzen Grillplätze eingerichtet. Sie können von Familien, von Freunden oder Gruppen gemietet werden, für einen kleinen Kostenbeitrag.“ Diese Grillstationen seien überdacht. „Wir stellen auch kostenfrei Geschirr und Besteck zur Verfügung.“

Auch außerhalb der Öffnungszeiten könnten die Grillplätze gemietet werden. Auf dem Abenteuer-spielplatz Marzahn-West an der Ahrens-felder Chaussee bekommt die Grillhütte derzeit einen Wasseranschluss.Erbaut habe diese Hütte der Mitarbeiter Aleksandr Gusev, erzählt Matthias Bielor. Es seien hauptsächlich alte, ausrangierte Materialien verwendet worden. „Weil wir den Kindern auf unserem Abenteuerspiel-platz zeigen wollen, dass man nachhaltig leben kann.“ Die Grillhütte habe nur 185 Euro gekostet. Lediglich Schrauben, Nägel, Farbe und Dachlatten seien gekauft worden. Die Forderung nach mehr öffentlichen Grillplätzen in Marzahn-Hellersdorf gibt es schon seit Jahren. 2018 hatten die Lin-ken-Bezirksverordneten Sabine Schwarz und Steffen Ostehr einen entsprechenden BVV-Beschluss initiiert. Bis Ende 2018 sollte das Bezirksamt Vorschläge unterbreiten. „Bis heute liegt dieser Bericht nicht vor“, sagt Steffen Ostehr. „Unser Antrag ist ohne Wirkung geblieben. Aber die Forde-rung ist immer noch aktuell.“ Nach wie vor setze er sich für neue Grillplätze im Bezirk ein.

„Da kommen Menschen zusammen und tauschen sich aus. Das ist weit mehr als nur der Vorgang, Fleisch oder Gemüse zu erhitzen.“ Oft würden Müll und Vanda-lismus als Gegenargumente für Grillplätze genannt. Aber es gebe auch positive Bei-spiele. Die meisten anderen Bezirken haben derzeit nicht die Absicht, neue öffentliche Grillplätze einzurichten. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage des Linken-Abgeordneten Kristi-an Ronneburg vom Sommer 2020 hervor. Ein besonderes Angebot hält jedoch Fried-richshain-Kreuzberg bereit. Im Volkspark Friedrichshain kann man seit August ei-nen Grillplatz online unter https://www.neuer-hain.de/grillen-im-volkspark bu-chen. Gegen 20 Euro Pfand bekommt man im Café Neuer Hain eine Plakette, die zum Grillen berechtigt.

Autorin: Sabine Flatau

Originaltext abrufbar unter: https://bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2020/10/Bezirks-Journal-Marzahn-Hellersdorf-Oktober-2020.pdf



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