Naturfreunde fordern Akteneinsicht für Schwimmbad

Datum: 19. Januar 2021 | Kategorie: Aus der Presse, Ausschuss für Sport

Das Kombibad am Standort Jelena-Santic-Friedenspark beschäftigt weiter die Naturschützer*innen im Bezirk. In einer Pressemitteilung kündigte der Landesverband Berlin der Naturfreunde in der vergangenen Woche an, Akteneinsicht zum Auswahlprozess für den Bau des Freizeit- und Kombibades zu fordern. Der Standort sei völlig ungeeignet, heißt es vonseiten der Naturfreunde.

Im Oktober hatte sich die BVV für die den Standort als Favorit entschieden. Bereits im Dezember hatte es daraufhin Widerspruch von den Naturfreunden, dem Berliner Netzwerk für Grünzüge und der Bürgerinitiative Kienberg-Wuhletal gegeben. Sie plädierten in einer gemeinsamen Pressemitteilung stattdessen für ein „Freizeitbad“ auf dem Gelände des ehemaligen Wernerbads in Kaulsdorf. Sie kritisierten, dass Grünanlagen entlang des Wuhletals für Sportanlagen geopfert würden, anstatt geschlossene Sportanlagen wieder zu eröffnen. Außerdem wurde den Naturschützer*innen nicht ausreichend geklärt, ob es Ausgleichsflächen für die Bebauung des Parks geben wird. Auch aus der Bezirkspolitik hatte es zuvor Kritik gegeben, das Bauvorhaben würde das Wuhletal erheblich entwerten (wir berichteten).

Bezirksstadtrat Gordon Lemm (SPD) hatte im Januar auf die Kritik reagiert, wenn auch nur ausweichend. Lemm nannte die Forderungen zwar „prinzipiell legitim“, verwies aber auch auf den Wunsch aus der Bevölkerung nach einem Freibad. Es müsse zudem Ausgleich für versiegelte Flächen geschaffen werden, damit es eine Baugenehmigung gebe. Lemm hatte zudem in einem Beitrag in der Abendschau Anfang Januar erklärt, das Bezirksamt habe 30 Standorte geprüft, die alle nicht geeignet seien.

Den Naturfreunden reichen Lemms Aussagen jedoch nicht. Ziel der Akteneinsicht sei es deshalb, eine eigene Bewertung der 30 Standorte vorzunehmen und Alternativen zur geplanten Bebauung aufzuzeigen. In ihrer Pressemitteilung kündigten sie zudem an, gegen einen möglichen Bebauungsplan im Friedenspark auch mit juristischen Mitteln vorgehen zu wollen.

Das Thema liegt auch in der kommenden BVV auf dem Tisch. Die SPD ersucht hier in einem Antrag das Bezirksamt, sich beim Senat für die Bereitstellung von Mitteln für die Umsetzung einzusetzen.

Autor: Paul Lufter

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