Winterdiskussion ums Sommerbaden

Auch wenn derzeit wahrscheinlich die wenigsten ans Baden denken, den Bezirk beschäftigt das Thema gerade sehr – und besonders Nadja Zivkovic (CDU), Bezirksstadträtin für Straßen und Grünflächen. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, möchte die Behörde von Zivkovic gemeinsam mit dem Umwelt- und Naturschutzamt Vorkehrungen treffen, dass der Biesdorfer Baggersee nicht mehr zum Baden genutzt wird. Grund dafür sei unter anderem, dass sich im vergangenen Jahr Anwohner*innen über den Müll und Lärm der vielen Badegäste beschwert hatten. Laut Zivkovic widersprechen zudem Wasserqualität und fehlende Infrastruktur der Nutzung als Badesee.

Offiziell ist das im Baden Baggersee schon verboten. Aus Mangel an Alternativen nutzen ihn viele im Sommer trotzdem. Das ist nicht ungefährlich, denn eine Badeaufsicht gibt es dort nicht. Im vergangenen Jahr ertrank im See ein junger Mann.

Der See ist eigentlich ein Rückhaltebecken, in das ungeklärte Straßenabwässer fließen. Keine schöne Vorstellung darin zu baden. Der Abgeordnete Stefan Ziller (Grüne) ist jedoch davon überzeugt, dass der See sauber werden könnte. „Hier sind Maßnahmen der dezentralen Versickerung möglich“, erklärt Ziller. Auf die Schnelle werde sich allerdings nichts bessern, aber Messungen und Planungen könnten erste Schritte sein. Ziller würde auch einen Rettungsdienst installieren und das Ordnungsamt aufrüsten. Weil ihn der Plan des Bezirks überrascht hat, will er mit einer Kleinen Anfrage nun Klarheit in die trübe Baggersee-Angelegenheit bringen. Die Ergebnis sollen in den nächsten Tagen vorliegen.

Zustimmung für Ziller kommt von seinem Parteikollegen Pascal Grothe. Er wirft der Stadträtin Aktionismus vor. Anders sei es nicht zu erklären, dass in den vergangenen zehn Jahren nichts gegen die Lärm, Müll und Kriminalität unternommen worden sei. „Nun, im Wahljahr, sollen Tatsachen geschaffen werden, obwohl die Thematik aktuell noch in der BVV zur Beratung ist“, sagt Grothe. Die Sperrung des See fürs Baden gehe zudem völlig an den Interessen der Anwohnenden vorbei. „In den Abendstunden, wenn die meiste Lärmbelastung auftritt, spielt das Baden eine untergeordnete Rolle.“ Dann seien die Bänke und Tischtennis-Platten rund um das Volleyballfeld voll. Deshalb sei es sinnvoller, sich als Erstes um die Sicherheit zu kümmern. Am besten im Dialog mit den Anwohner*innen.

Auch die SPD-Fraktion spricht sich für einen Dialog mit den Bürger*innen aus. Man solle sich nicht der Illusion hingeben, dass dort keiner mehr baden gehe, sagt Fraktionsmitglied Liane Ollech. Die SPD wolle nicht, dass am See etwas abgerissen werde. Das Volleyballfeld, die Strände und Liegewiesen in seien ja in der letzten Legislaturperiode gestaltet worden, hieß es in einer Mitteilung der Fraktion. Dem widerspricht Stadträtin Zivkovic: Der Bebauungsplan für das Gelände, in dem Volleyballfeld und Liegewiese eingezeichnet sind, stamme von 2006. Ein Jahr später sei die Grünanlage eröffnet worden.

Laut diesem Plan werde die Badestelle nur geduldet. „Man muss aber auch bedenken, dass seit 2006 wesentlich mehr Menschen dorthin kommen“, sagt Zivkovic. Dieser Zustrom an Badefreudigen lasse sich nicht mehr mit dem Schutz der Natur vereinbaren, und die Anwohnerinnen seien zunehmend entnervt. Allerdings mangelt es auch an Bademöglichkeiten im Bezirk. Das geplante Kombibad kommt so schnell nicht. Zudem halten Naturschützerinnen den Standort Jelena-Santic-Friedenspark für völlig ungeeignet. Auf diesen hatte sich die BVV im Oktober verständigt.

Was die Wasserqualität betrifft, so gehörten die Filteranlagen den Berliner Wasserbetriebe, sagt Zivkovic. Aktuell werde nur einer von drei Zuläufen gereinigt. „Die Wasserbetriebe haben kein Interesse daran, etwas zu ändern.“ Die CDU-Politikerin hält den Standort für ungeeignet. Es mangele schlichtweg an der nötigen Infrastruktur. „Zwei Drittel des Sees sind für Flora und Fauna gedacht. Dort ist kein Platz für Parkplätze und viele Menschen“, sagt sie. Welche Maßnahmen wann und wie getroffen werden, möchte Zivkovic vorerst nicht sagen.

Quelle: Tagesspiegel Marzahn-Hellersdorf LEUTE



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